
Megatua und die stinkende Ratte vom Salzburgertor
Der tapferer Häuptling namens Megatua ist bekannt für seinen Mut, seine Klugheit und sein großes Herz. Jeden Tag wacht er über die Stadt und achtet darauf, dass alle Kobolde sicher sind.
Am liebsten denkt Megatua an ein ganz besonderes Abenteuer zurück.
Es war ein nebliger Morgen, als plötzlich ein schrecklicher Gestank durch die Straßen zog. Die Menschen hielten sich die Nasen zu und flüsterten ängstlich: „Was riecht hier nur so furchtbar?“
Megatua folgte der stinkenden Spur bis zum Salzburgertor. Dort entdeckte er den Übeltäter: eine riesige, zottelige Ratte mit funkelnden Augen und einem buschigen Schwanz. Sie fauchte, sprang wild umher und erschreckte alle, die sich näherten.
Doch Megatua wich keinen Schritt zurück.
„Verschwinde aus unserer Stadt!“, rief er mutig.
Mit festem Blick und großem Mut stellte er sich der stinkenden Ratte entgegen. Da kreischte sie laut auf, wirbelte Staub auf und flüchtete blitzschnell davon – hinaus aus Hallein, direkt in Richtung der geheimnisvollen Barmsteine.
Die Kobolde jubelten. Hallein war gerettet! Doch am Abend tuschelten sie leise miteinander. Manche behaupteten, die Ratte sei gar kein gewöhnliches Tier gewesen. Vielleicht, so munkelte man, war es der Teufel selbst gewesen, der in Gestalt einer stinkenden Ratte Unruhe stiften wollte.
Megatua lächelt nur geheimnisvoll, wenn er diese Geschichte hört.
Ob es wirklich der Teufel war? Das weiß bis heute niemand ganz genau. Sicher ist nur: Megatua hatte keine Angst und beschützte Hallein mit großem Mut.
Und so wird diese Geschichte in Hallein noch immer weitererzählt – besonders an dunklen Abenden, wenn der Wind von den Barmsteinen herüberweht.